Die Schönheit des Stadtlebens wird überall geschätzt. Ein Leben in Südfrankreich - besonders. Viele wohlhabende Menschen aus ganz Europa sowie aus Übersee träumen von einem Sommerhaus in der Provence. Besonders gefragt sind authentische landwirtschaftliche Gebäude - alte Bauernhöfe, Ställe, Scheunen, die durch den Wiederaufbau zu komfortablen Villen mit einer einzigartigen Farbe werden.
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Unter den Liebhabern der südfranzösischen Natur ist der amerikanische Armand Bartos. Der renommierte Kunsthändler begann seine Karriere in der Abteilung für moderne Kunst in der New Yorker Filiale des Auktionshauses Christie. In den 1980er Jahren gründete er seine eigene Galerie, Armand Bartos Fine Art.

Ich verbrachte viele Jahre in der Provence und mietete ein Haus. Letztendlich entschied ich mich, hier mein eigenes zu kaufen. Sein Freund, der französische Maler und Bildhauer Bernard Wien, bot ihm die Wahl zwischen drei Gebäuden auf dem Territorium seines Anwesens. Er und seine Frau Diana brauchten sie nicht. Auf den ersten Blick war Armand fasziniert von dem alten Steingebäude, das schon lange aufgegeben wurde.

Im 16. und 17. Jahrhundert befand sich hier eine Seidenraupenfarm, im Zweiten Weltkrieg befand sich eine Soldatenkantine. In den 1960-70er Jahren wurde das Gebäude zu einem Lagerhaus. Bevor Arman mit dem Wiederaufbau begann, beschloss er, sich ähnliche Anlagen im Viertel anzusehen und war schnell überzeugt, dass er Glück hatte - nichts konnte mit seiner Farm verglichen werden.

Kurz nach dem Kauf, während er geschäftlich in London war, sprach er mit der Galeristin Victoria Miro. Sie lud ihn ein, zu sehen, wie ihr Londoner Zuhause vom Architekten und Designer Claudio Silvestrin arrangiert wurde. Armand gefiel die Herangehensweise des italienischen Meisters. Sie trafen sich und fanden schnell eine gemeinsame Sprache.

Silvestrin hat ein besonderes Gefühl für Raum und Material. Es gilt als Autor des Begriffs, ohne auf Komfort zu verzichten. Nach achtzehn Monaten wurde das Haus komplett umgebaut.

Strenge Geometrie kombiniert mit frei fließenden Räumen. In allen Räumen herrscht eine sinnvolle meditative Leere, die sowohl stilvoll als auch organisch wirkt. Sie können die Ruhe und die Einsamkeit des Landlebens genießen.

Claudio Silvestrin ist Co-Autor vieler Projekte des minimalistischen Architekten John Pouson, der selbst ein treuer Anhänger natürlicher Materialien ist. Er spürt nicht nur deren Potenzial, Schönheit und Umweltfreundlichkeit, sondern reflektiert und beweist als Philosoph ständig die Notwendigkeit unserer Nähe zur Natur.

„Der antike Stein macht die Form weniger dekorativ - sie gibt ihr Tiefe. Ich bin überzeugt, dass in Zukunft immer mehr Menschen nur natürliche Materialien verwenden werden. Weil sie eine Seele haben. Ich werde bei meiner Arbeit niemals Plastik verwenden - selbst wenn ich Millionen bezahlt bekomme “, sagte er in einem seiner Interviews mit INTERIOR + DESIGN.

Silvestrin entwirft Bäder, Küchen und Arbeitsplatten aus Naturstein. Einmal hatte er Gelegenheit, mit dem 150 Millionen Jahre alten Jurassic-Marmor in einem Projekt für die Firma Antolini zusammenzuarbeiten. Hier in Le Mouy verlegte er den Boden mit Naturplatten, fügte Podeste anstelle von Möbeln hinzu und kombinierte Stein mit einfachem Holz.

Tatsächlicher Luxus wird zunehmend auf Selbstbeschränkung aufgebaut. Wer Armand in seiner französischen Wildnis besucht, merkt jeder eine besondere Atmosphäre. Klingende Leere, große Caesuras zwischen Objekten, offene Flächen, die minimale Anzahl von Kunstwerken (obwohl die Sammlung eines professionellen Händlers es erlaubt hat, einen Teppich vom Boden bis zur Decke zu hängen) - all dies ermöglichte Silvestrin absolute Reinheit.

Как композитор-минималист, повторяющий одно и то же созвучие, Cильвестрин в нескольких помещениях ставит одинаковые стулья датчанина Ханса Вегнера: тот создал их для Carl Hansen & Søn в 1949 году. Отбирая искусство, хозяин дома и архитектор остановились на фотографии и скульптуре небольшого формата. Фотоизображения оказались созвучны живописным видам из окон, а лаконичные нефигуративные скульптуры подчеркнули медитативный характер пространства.