Rot und schwarz

Wohnung in St. Petersburg mit einer Gesamtfläche von 280 m2 Vladimir Chuvashev senior

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Foto: Evgeny Luchin

Text: Olga Gvozdeva

Stylistin: Tatjana Bakanova, Yulia Korzhova

Projektautor: Vladimir Anatolyevich Chuvashev, Vladimir Vladimirovich Chuvashev

Malen, Grafiken: Ivan Govorkov, Elena Gubanova, Michail Schemyakin

Enkaustik: Evgeny Stepantsev

Zeitschrift: N (98) 2005

Der Architekt Vladimir Chuvashev entwarf das Interieur auf zwei Grundfarben - Rot und Schwarz. Es ist merkwürdig, dass er den berühmten Roman von Stendhal wirklich als visuelles Bild gewählt hat. Der Vergleich erscheint angebracht: Sowohl im Inneren als auch im Buch wird das Leben des Protagonisten beschrieben, dessen Rolle der Kunde (junger Mann, Student) spielt. Nur der Aktionsort ist nicht die fiktive Stadt Verrier, sondern das echte St. Petersburg Man muss zugeben, dass der Architekt, der auf das literarische Bild zurückgegriffen hat, sich nicht verstellt hat. Er hat sein Projekt mit allen Merkmalen eines literarischen Werks ausgestattet, einschließlich Sprache, Handlung und Struktur. Das Innere sorgfältig lesen. Auf den ersten Blick zeigt die Wohnung ihre Offenheit. Der gesamte Gästebereich ist durchgeschleift: Vom Flur aus kann man in das Wohnzimmer gehen, und von dort aus gelangt man durch das Esszimmer und die Küche wieder in den Flur und bildet einen Kreis. Die private Zone hingegen ist für Außenstehende geschlossen. Zwei Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer und ein Badezimmer - das Hoheitsgebiet des Besitzers. Die Räumlichkeiten in beiden Zonen entsprechen jedoch dem angegebenen Farbthema. Die einzige Ausnahme war das Gästezimmer. Sie machten es schwarz und weiß, für den Fall, dass der rot-schwarze "Teller" dem Gast zu scharf erscheint. Der Schwerpunkt im Innenraum liegt jedoch im Gastbereich. Nachdem sie in den Wohnräumen eine verglaste Loggia angebracht hatten, erzielten sie einen geometrisch korrekten Raumausgleich. Der zentrale Teil des Wohnzimmers wird von einem großen bewohnt L-förmiges Sofa Die gegenüberliegende Wand ist in Graphitfarbe lackiert. Es gibt ein komplexes Beleuchtungssystem. Licht strömt von überall her: aus Nischen, deren Abhänge mit silbernem Metall besetzt sind; von unter den hölzernen Dachvorsprüngen, die den Raum um den Umfang angrenzen. Und doch kommt das stilvollste (und gleichzeitig gemütliche) Licht von der berühmten Arco-Stehleuchte, der unsterblichen Kreation der Castiglioni-Brüder. Und es wird offensichtlich, dass das Innere des Wohnzimmers fast monochromatisch ist, genauer gesagt, seine Farbe ist dem Sepia ähnlich. "Wo ist das Rot hier?" - fragst du? Nun, erstens gibt es viel davon im Esszimmer (die Stühle um den Esstisch sind mit scharlachrotem Leder bezogen). Und zweitens ist noch etwas anderes wichtig: Es stellt sich heraus, dass der Innenraum nur schwarze oder rote Objekte als Ergänzungen akzeptieren kann. Fügen Sie hier eine gelbe Blume hinzu, und es gibt keine Spur von Harmonie. Das gesamte Interieur-Szenario basiert auf dieser fragilen Farbbalance. Die Rollen sind jedoch so detailliert beschrieben, dass für Improvisation einfach kein Platz mehr vorhanden war.Vladimir Chuvashev: "Ich wollte eine moderne Wohnung in einer hellen, denkwürdigen Weise schaffen. Sie hat zwei dominierende Farben - Rot und Schwarz, die mit weißem Metall leicht verdünnt sind."

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